Weißenfelser Astronomielehrer nimmt an NASA-Flügen teil

Das Goethegymnasium ist seit 2009 Partnerschule des Deutschen SOFIA-Instituts der Universität Stuttgart. Damit besitzt es ein Alleinstellungsmerkmal in Sachsen-Anhalt.
SOFIA steht für Stratosphärenobservatorium für Infrarotastronomie. In einer umgebauten Boeing 747 wurde dazu ein 17 Tonnen schweres Teleskop mit einem 2,7m Spiegel eingebaut, mit dem während eines Stratosphärenfluges (bis zu 14km hoch) astronomische Beobachtungen im infraroten Bereich des elektromagnetischen Strahlungsspektrums vorgenommen werden. Dies ist aktuell weltweit das einzige Flugzeug seiner Art.
Es handelt sich dabei um ein Gemeinschaftsprojekt zwischen NASA und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

Frank Oßwald, Lehrer am Goethegymnasium, ist nun als einziger Pädagoge in Sachsen-Anhalt ausgewählt worden, zusammen mit drei Kollegen aus anderen Bundesländern während der Woche vom 23.03.-29.03.2015 an wissenschaftliche Missionen mit diesem Flugzeug teilzunehmen. Dazu wird er in der genannten Zeit in den USA (Palmdale/ Kalifornien) sein.
Dies ist eine sehr seltene und außergewöhnliche Gelegenheit mit aktuellen Forschungsthemen, Hochtechnologie und beteiligten Wissenschaftlern in Kontakt zu kommen.
Erfahrungen dieser Lehrermitflüge sollen natürlich in den Schulalltag, die Unterrichtsarbeit und Lehrerfortbildungen einfließen sowie der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

Das SOFIA German Ambassador Program (SGAP) bietet Lehrern und Lehrerinnen, die an deutschen Schulen unterrichten, die Möglichkeit an bis zu zwei SOFIA Forschungsflügen teilzunehmen. Durch die Mitflugerfahrung sollen einerseits die Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen und Schulen gestärkt werden. Außerdem sollen die ausgewählten Lehrer durch den Mitflug und den direkten Kontakt mit Wissenschaftlern, Ingenieuren und Piloten inspiriert werden, damit Sie anschließend ihre Begeisterung im Klassenzimmer auf die Schüler und Schülerinnen übertragen können. Langfristiges Ziel ist es hierbei, den Nachwuchs bereits heute für natur- und ingenieurwissenschaftliche Themen zu gewinnen. In einem Bewerbungsverfahren, dass im Herbst 2014 stattgefunden hat, haben sich die Lehrer und Lehrerinnen vorab mit einem Konzept beworben, mit dem sie ihre Mitflugerfahrung im Nachhinein positiv und nachhaltig in ihren Unterricht einbringen wollen und als Deutscher SOFIA Botschafter für die Schulen tätig sein können. Nach erfolgreicher Bewerbung wurden für die Mitflüge in der Wochen vom 23. – 27. März 2015 folgende Lehrer und Lehrerinnen ausgewählt:

Mario Koch, Friedrich-Schiller-Gymnasium, Weimar

Martin Metzendorf, Lessing-Gymnasium, Lampertheim

 Frank Oßwald, Goethegymnasium, Weißenfels

Mathias Schäfer, Hainberg-Gymnasium, Göttingen

Gabriela Ulbrich, Carl-von Ossietzky-Oberschule, Werder / Havel

Schon im Vorfeld bereitet das Deutsche SOFIA Institut (DSI) die Lehrer rechtzeitig und umfassend auf ihren SOFIA Mitflug vor. Hierzu fand bereits am 27. Januar 2015 ein Vorbereitungstreffen am DSI in Stuttgart statt, an dem auch beteiligte deutsche Wissenschafler teilgenommen haben. Die Organisation und Durchführung der Reise nach Kalifornien zum Heimatflughafen von SOFIA wird vom DSI koordiniert und begleitet. Auch während der SOFIA Mitflüge selbst werden die Lehrer von DSI Personal eingewiesen und betreut. Um die Nachhaltigkeit der Mitflugerfahrung zu gewährleisten, soll es nach dem Flug ein weiteres Treffen der Lehrer mit dem DSI und ggf. beteiligten deutschen Wissenschaftlern geben. Hierdurch soll erreicht werden, dass Lehrer und Wissenschaftler nachhaltig und wenn möglich langfristig miteinander arbeiten, sich austauschen und gegenseitig anregen.